Hirse

Hirse gehört zu den ältesten Getreidearten überhaupt.
Ihr hoher Anteil an wichtigen Mineralstoffen, Spurenelementen, besonders aber der überdurchschnittliche Kieselsäuregehalt macht Sie so wertvoll für verschiedene Anwendungen.
Durch die einmalige Feinkörnigkeit wirkt sie anschmiegsam, außergewöhnlich kuschelig und weich.
Herrlich kühlend im Sommer, luftdurchlässig sorgt sie für ein angenehmes Schlafklima , wärmespeichernd in der kälteren Jahreszeit-pflegeleicht und natürlich gesund.

Hilfreich bei Verspannungen und daraus resultierenden Kopf- und Nackenbeschwerden.
Die optimale Anpassungsfähigkeit der feinen Körner garantiert eine orthopädisch empfohlene Lage der Wirbelsäule während der Ruhephase, dadurch wird der regenerierende Schlaf auf natürliche Weise unterstützt.

Aufgrund der feinen Beschaffenheit auch für empfindliche Personen, Bettlägerige, Kranke und vor allem auch Kinder empfehlenswert.

Die Geschichte

Die Hirse ist wahrscheinlich das älteste von Menschen kultivierte Getreide. Man nimmt an, dass ihre ursprüngliche Heimat sowohl Ostasien als auch Afrika ist. Schon bei den Babyloniern und den Etruskern gehörte die Hirse zu den Grundnahrungsmitteln. Im Darm von altägyptischen Leichen, die ca. 4000 Jahre v. Chr. beigesetzt worden waren, fand man Speisereste von Hirsesorten, wie sie auch heute noch von den Fellachen gegessen werden. Wie aus sehr alten Aufzeichnungen der Chinesen hervorgeht, war die Hirse auch den Chinesen schon 3000 v. Chr. bekannt. Für fast alle Völker im indogermanischen Raum gehörte die Hirse zu den Grundnahrungsmitteln. Weil die Hirse eine sehr kurze Vegetationszeit hat und nicht tief in den Boden eindringt, eine tiefe Bearbeitung des Bodens war deshalb nicht notwendig, war sie auch bei den Nomaden eine bevorzugte Pflanze. Auch heute noch ist sie bei den nomadisierenden Kirgisen und Mongolen neben Buchweizen die Hauptnahrung.

Im Mittelalter hatte die Hirse auch in Deutschland eine sehr große Bedeutung. Im 19. Jahrhundert wurde sie aber dann von der Kartoffel, aber auch vom Mais und dem Reis verdrängt.

Hirse ist wie Hafer, Gerste und Dinkel ein Spelzgetreide und muß deshalb geschält werden. Da der Keim aber nach dem Entspelzen noch vorhanden ist, gilt es immer noch als Vollkorn.

In ihrem Fettgehalt von 3 bis 4% liegt die Hirse nach Amaranth, Quinoa und Hafer am höchsten. Im Keim befindet sich das meiste Fett. Die Fettsäuren sind über 50% ungesättigt, wobei die Linolsäure überwiegt. Hirse ist reich an Lezithin.

Herausragend ist ihr Anteil an Eisen mit 9 mg, der nur noch von Amaranth erreicht wird.

Weit herausragend aus allen Getreidearten ist aber der Reichtum der Hirse an Kieselsäure. Man sagt der Hirse deshalb auch nach, dass sie unser gesamtes Stützgewebe stärkt, Knochen, Knorpel, Bindegewebe und auch die Haut. In Schleimhäuten und Zellgeweben, in den Umhüllungen unserer Organe, auch um Blutgefäße und um Nervengewebe, sorgt die Kieselsäure für Elastizität, Biegsamkeit und Widerstandskraft. Kieselsäure ist auch unentbehrlich im Stoffwechsel, sie sorgt für Nachschub an Hormonen, reguliert den Wasserhaushalt mit und ist am Austausch der Nährstoffe mit beteiligt.

Wie bei vielen Rohgetreiden, ist auch Hirse sehr phytinreich. Phythinsäure bindet z. B. Kalzium, Zink und Eisen. Dadurch stehen dem Menschen diese Mineralstoffe nicht zur Verfügung. Durch Einweichen, Keimen oder Erhitzen (Kochen, Backen) wird diese negative Wirkung aber aufgehoben.

Die Verdauung und Resorption beim Verzehr roher Hirse ist ausgesprochen schlecht, weil sie (ähnlich wie rohes Soja), einen Trypsin-Hemmer enthält, der die Bauchspeicheldrüse an ihrer Enzymtätigkeit hindert. Wird die Hirse aber gekocht, gibt es keine Probleme mehr.

Unsere Speisehirse ist die Rispenhirse. Sie ist eine 0,5 bis 1,5 m hohe Pflanze mit einer herabhängenden Rispe, an der einblütige "Ähren" sitzen. Die bespelzten eiförmigen Körner messen 2 bis 3 mm im Durchmesser und sind weiß, gelblich oder grün gefärbt. Diese Hirse ist eine anspruchslose Getreidepflanze, die auf ärmsten Böden gedeiht und auch gegen Trockenheit und sogar Dürre gefeit ist. Da die Hirsesamen in der Rispe nacheinander reifen, ist sowohl die Bestimmung des Erntezeitpunktes als auch die Ernte selbst erschwert. Nach gründlicher Reinigung der Rohhirse kommen die Körner in die Schälmaschine und werden von der harten, unverdaulichen Schale befreit. Ein Teil wird dann zu Flocken und Mehl weiterverarbeitet.

Die Negerhirse ist eine wichtige Breipflanze für die Ernährung vieler Menschen in u. a. Afrika und Vorderindien. Sie ist aber ohne Handelsbedeutung. Die Sorghunhirse ist eine weitverbreitet Brei-, Futter- und Industriepflanze. Die Kolbenhirse wird als Vogelfutter verwendet.

Nicht nur wegen ihrer vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten ist es sinnvoll Hirse in den wöchentlichen Speiseplan einzubauen. Sie macht nicht dick, hat einen köstlichen Geschmack, reagiert im Körper alkalisch und hat eine leicht abführende Wirkung.

Da Hirse keinen Kleber (Gluten) enthält, ist sie für Getreide-Allergiker geeignet.